Autor Thema: Bedarfsgeführte Heizungsregelung  (Gelesen 60179 mal)

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gollo48

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Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« am: 26. September 2010, 11:46:58 »
Hi, ich wage mich als newbie und SPS-Unerfahrener mal auch hier in das Forum.
Möchte ein neue Regelungskonzept hier zur Diskussion stellen. Ganz im Sinne der Open Source Community bewusst public domain.
Obwohl, so ganz neu ist das gar nicht, aber dazu weiter unten.

Es geht um einen „raumübergeordneten“ Regler, der quasi die Verbindung zwischen Einzelraumreglern (ERR) und dem internen Regler des Wärmeerzeugers herstellen soll.

Ziele für die Regelung
a) Optimierung des Energieverbrauchs
b) Selbstanpassend an tatsächlichen Bedarf in den Räumen (wenn kein Raum anfordert, wird auch keine Wärme erzeugt)
c) Möglichst niedrige Vorlauftemperatur bei möglichst weit geöffneten Heizkörper-Ventilen zur Optimierung des Brennwertnutzens
d) Modulierfähigkeit insbesondere von Gas-Brennwertgeräten optimal nutzen
e) Minimale Anforderungen an Bedienung, z.B. keine Einstellung von Heizkurven

Zielgruppe
An effizienter Energienutzung und geringer Umweltbelastung interessierte Hausbesitzer
- von Ein- oder kleineren Mehrfamilienhäusern für Gebäude im Bestand (Dämmung oft zu aufwändig)
- mit Heizkörpern (keine Fußbodenheizung!)
- mit zeitlich unterschiedlicher Nutzung der Räume (individuelle Heiz-/Absenkzeiten).

Generelle Funktionsweise
1) Die Temperaturen in den einzelnen Räumen werden selbständig durch den jeweiligen “raumweisen“ Regler geregelt (ERR). Die Hardware und Software der ERR kann in eine oder mehrere Komponenten aufgeteilt sein (Stellantrieb, Bedieneinheit, Regler), die Software dafür kann dezentral und/oder auf einer zentralen Einheit laufen.

2) Die ERR senden den jeweiligen Stand der Ventilöffnung [in %] an den Heizkörpern und ggf. auch Soll und Ist der jeweiligen Raumtemperatur ereignis-gesteuert (bei Änderung) oder periodisch an den „raumübergeordneten“ Regler.

3) Ziel des raumübergeordneten Reglers ist, mindestens ein Ventil zu rund 90% offen zu halten (Soll-Wert). Der Raum mit dem größten Bedarf = mit dem am weitesten geöffneten Ventil ist der „aktuelle Führungsraum“. Das kann im Laufe eines Tages beliebig wechseln.

4) Die Ist-Ventilöffnung des aktuellen Führungsraums wird im raumübergeordneten Regler auf eine geignete PI(D)-Regelfunktion gegeben. Daraus wird für den zentralen Wärmeerzeuger eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur (TVL) berechnet.
Prinzipielle Logik:
- Wenn ein oder mehrere Ventile >90% offen sind, wird die TVL  erhöht (Wärmebedarf gestiegen).
- Wenn alle Ventile <90% (abzgl. Hysterese) geöffnet sind, wird die TVL  reduziert (Wärmebedarf gesunken).
D.h. mit der TVL wird die Ventilöffnung des aktuellen Führungsraums auf 90% geregelt.
Ein kurzes leichtes Überschwingen kann für schnelleres Aufheizen oder Absenken wünschenswert sein.

5) Über einen Signalwandler (Aktor) wird TVL-Vorgabe als ein 0-10V-Signal für den Wärmeerzeuger ausgegeben.
D.h. es  wird von einem 0-10V-Eingang am Wärmeerzeuger zur TVL-Vorgabe ausgegangen.

Das bedeutet: Der Wärmeerzeuger (Gas-Brennwerttherme/kessel) bekommt den Bedarf vom raumübergeordneten Regler vorgegeben. Eine außentemperatur-geführte Vorlauftemperatur-Regelung mit einzustellender Heizkurve ist überflüssig. Ebenso ist eine zentrale Nachtabsenkung überflüssig, da sie dezentral individuell in den ERR eingestellt wird. Heizgrenze/Sommer-Abschaltung ergeben sich automatisch von allein. Wenn kein Raum anfordert, wird auch keine Wärme erzeugt, s.o.

Anforderungen an die Hardware
Da bei Gebäuden im Bestand eine Verkabelung schwierig bis unmöglich ist, bleibt in der Regel nur eine Funklösung. Sie soll auf herstellerneutralen Standards wie dem inzwischen bidirektionalen EnOcean-Standard basieren. Für alle relevanten Räume werden Einzelraumregler mit Stellantrieben benötigt, die ihre Ist-Ventilstellung in 0-255 bzw. 0-100% per Funk melden können, s. EnOcean Equipment Profile EEP 07-20-01 Heating Valve Actuators.

Neu ist das Ganze eigentlich nicht. Ich habe so etwas in einfacherer Form seit rund 18 Jahren erfolgreich im Einsatz. War eine Entwicklung der FH Ulm (Kleinserie). Läuft mit modifizierten Centra-Thermostaten, die nur „voll auf“ melden konnten und mühsam bis zum zentralen Regler verkabelt werden mussten und einem einstufigen Gasbrenner.
Mir machen immer mehr Motoren der Stellantriebe Probleme und der Kessel kommt an das Ende seiner Lebensdauer. Daher will ich das alte Konzept mit den heutigen technischen Möglichkeiten weiter entwickeln. Eine Datenübertragung mit z.B. EnOcean ermöglicht mehr Räume als bisher einzubinden. Dazu noch von 20% - 100% Leistung modulierende Gas-Brenner und niedrige Systemtemperaturen dürften eine optimale Energienutzung ermöglichen.

Die Parameter des unter 4) erwähnten PI(D)-Reglers bereiten mir noch Kopfzerbrechen. Werde mich an einem CFC-Diagramm versuchen, folgt in Kürze.

Was ist die allgemeine Meinung zu dem Konzept? Hat schon jemand so etwas realisiert?
Gruß
gollo

gollo48

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Fehler in Doku?
« Antwort #1 am: 26. September 2010, 12:04:18 »
hmm, in der Doku zu oscat.lib 3.20 scheint was nicht zu stimmen.
23.23. in Überschrift steht FT_PIDWL
Im Text aber auch FT_PIDW (ohne L) und auch FT_PIW  ???
Was gilt?
gollo

gollo48

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Re: CFC für Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #2 am: 26. September 2010, 16:59:04 »
so nun das angekündigte Diagramm, händisch gemalt, mit Erläuterungen versehen

Ist dank oscat.lib erstaunlich einfach geworden.  8)

Da gibt es ein paar Fragezeichen:
1) MAX3 reicht nicht aus für diesen Zweck. In einem Zweifamilienhaus kann es leicht 10...12 rückmeldende Ventile geben.

2) Ist FT_PIWL sinnvoll? Braucht es auch ein "D"? Leichtes Überschwingen wäre für schnelleres Aufheizen / Absenken durchaus wünschenswert. Es geht um Heizkörper, nicht um Fußbodenheizung.

3) LIM_L und LIM_H habe ich sozusagen verkehrt herum benutzt.
Bei Max-Ventilöffnung Soll > Ist soll VL erniedrigt werden, damit die Ventile wieder weiter aufmachen. Ggf. bis runter auf niedrigste VL, bei der dann Brenner abschaltet.
Bei Max-Ventilöffnung Soll < Ist sind Ventile zu weit auf, VL muss erhöht werden, ggf. bis an die zulässige oder gewünschte noch wirtschaftliche Grenze des Brenners.
Deswegen ist hier LIM_L > LIM_H ! Geht das so überhaupt oder muss man Logik und/oder Vorzeichen umdrehen?
Was macht der Integrator intern damit?

4) Was sind hier sinnvolle Werte für KD ud KI? Sind sicher auch abhängig von Gebäudeart. Für Zielgruppe Gebäude im Bestand kann man von schlechter Dämmung ausgehen. D.h. kühlt schneller aus.
Wie könnte man hier CTRL_SET_1 oder _2 nutzen?

5) Wie schnell müssen dann die Einzelraumregler sein? Leichte Raumtemperaturschwankungen erscheinen mir durchaus akzeptabel, wenn man dadurch Energie spart.

6) Für den PI-Regler habe ich bewusst die Prozent-/Temperaturwerte genommen. Erst zum Schluss wird für den Aktor multipliziert und zwar so, dass 100° = 255 = 10V entsprechen.
Sinnvoll so?

6) Sollte man vorn statt NOISE eine Hysterese einfügen, damit der Regler und die Ventile nicht zu sehr um die 90% herum pendeln? Z.B. 90° <-> 85° ?

Soweit mein Input als SPS-Anfänger.
Kommentare (auch kritische) sind willkommen.
gollo

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Re:Fehler in Doku?
« Antwort #3 am: 26. September 2010, 17:36:26 »
Hi
hmm, in der Doku zu oscat.lib 3.20 scheint was nicht zu stimmen.
23.23. in Überschrift steht FT_PIDWL
Im Text aber auch FT_PIDW (ohne L) und auch FT_PIW  ???
Was gilt?
gollo

Seite 364:
" FT_PIDWL ist ein PID-Regler mit dynamischen Wind-Up Reset der nach folgender
Formel arbeitet:"


Ein kleiner Dokumentationsfehler.

Die diversen Bausteine gibt es jedoch alle.
Je nach Bedarf.

Ich werde den "Druckfehler" melden.

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Re: CFC für Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #4 am: 26. September 2010, 18:04:02 »
Hi

so nun das angekündigte Diagramm, händisch gemalt, mit Erläuterungen versehen

Ist dank oscat.lib erstaunlich einfach geworden.  8)

Die Benutzung der Bausteine sind so nicht ganz O.K.  (Regelungstechnisch geschehen)
Von den Grundzügen her verstehe ich jetzt was gemeint ist.




1) MAX3 reicht nicht aus für diesen Zweck. In einem Zweifamilienhaus kann es leicht 10...12 rückmeldende Ventile geben.
Verwende den MAX3 mehrfach.

Also z.b.  3 mal den MAX3 mit eingaben füttern.
Der "OUTPUT" der 3 MAX3 werden dann auf einen 4. MAX3 geführt   -->  Fertig.



2) Ist FT_PIWL sinnvoll? Braucht es auch ein "D"? Leichtes Überschwingen wäre für schnelleres Aufheizen / Absenken durchaus wünschenswert. Es geht um Heizkörper, nicht um Fußbodenheizung.
Es gibt natürlich auch den FT_PIDWL    ;)
(Siehe OSCAT-Handbuch)




3) LIM_L und LIM_H habe ich sozusagen verkehrt herum benutzt.
Bei Max-Ventilöffnung Soll > Ist soll VL erniedrigt werden, damit die Ventile wieder weiter aufmachen. Ggf. bis runter auf niedrigste VL, bei der dann Brenner abschaltet.
Bei Max-Ventilöffnung Soll < Ist sind Ventile zu weit auf, VL muss erhöht werden, ggf. bis an die zulässige oder gewünschte noch wirtschaftliche Grenze des Brenners.
Deswegen ist hier LIM_L > LIM_H ! Geht das so überhaupt oder muss man Logik und/oder Vorzeichen umdrehen?
Was macht der Integrator intern damit?
So auf die schnelle würde ich sagen, dass Sollwert und Istwert getauscht werden sollten.
Der Stellausgang soll ja nachwievor 0% bis 100% sein.

NUR mal auf die schnelle und UNVERBINDLICH.



4) Was sind hier sinnvolle Werte für KD ud KI? Sind sicher auch abhängig von Gebäudeart. Für Zielgruppe Gebäude im Bestand kann man von schlechter Dämmung ausgehen. D.h. kühlt schneller aus.
Wie könnte man hier CTRL_SET_1 oder _2 nutzen?
CTRL_SET_1  --> Natürlich, jedoch sinnvoll.
Darüber sollte man nochmals diskutieren.






5) Wie schnell müssen dann die Einzelraumregler sein? Leichte Raumtemperaturschwankungen erscheinen mir durchaus akzeptabel, wenn man dadurch Energie spart.
Ich denke, da sind je nach Betrieb stunden drin.
Je nachdem was man erreichen will.

Welche "Störgrößen" man hat. 
(Stoßlüften oder dauernd Fenster auf.)




6) Für den PI-Regler habe ich bewusst die Prozent-/Temperaturwerte genommen. Erst zum Schluss wird für den Aktor multipliziert und zwar so, dass 100° = 255 = 10V entsprechen.
Sinnvoll so?
Es kommt auf die Hardware an.

Dein Beispiel stammt für einen ACTUATOR_2P.
Dieser hat bei     0      0% geöffnet.
Dieser hat bei  255  100% geöffnet.

Man spricht von "Skalierung".
Will man hiermit z.b. 0-10 Volt haben:
(Analogausgabebaugruppe)
0        -->  0%
32762 --> 100%  (

Geht man als Stellwert z.b. über die Netzwerkkarte so wird eben eine Codesequenz für das TCP/IP-Gerät erzeugt.

Auch serielle Geräte, 0-20mA, 4-20mA  u.s.w.  lassen sich hiermit ansteuern.

Oder aber auch 1 Dutzend Steuerungen untereinander  8)   ( Falls Hardware Netztwerkanschluß hat)



6) Sollte man vorn statt NOISE eine Hysterese einfügen, damit der Regler und die Ventile nicht zu sehr um die 90% herum pendeln? Z.B. 90° <-> 85° ?
Nur ein versuch macht Klug.
Je nach Einstellung des PI/PID-Reglers könnte es möglicherweise Sinnvoll sein.



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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #5 am: 26. September 2010, 18:08:50 »
Hallo gollo48


Besorge dir doch mal die CoDeSys-Version.   (Falls nicht bereits geschehen   :D   Handücher sind auch Sinnvoll)


Stelle dir deine Bausteine zusammen.

Hiermit kannst du deine Gedankenspiele testen und sehen, ob sich alles wie gewünscht verhält.





Ich würde gerne Hardware besorgen.

Bei Enocean habe ich KEINE Stellventile ähnlich   "ELV FHT8b/80b"  gefunden.
Gibt es diese denn überhaupt ?
Ich habe nur Raumtemperaturfühler gefunden.

Wenn ich mir Hardware kaufe, dann natürlich NICHT mehrfach wechseln will   :o




Gruß Karl

gollo48

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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #6 am: 26. September 2010, 18:42:48 »
naja, wollte nicht gleich Werbung machen.

Achtung: Die ELV-/Homematic-Module verwenden ein proprietäres Protokoll.
Es gibt nach meinem Wissen derzeit nur einen Stellantrieb, der das genannte EnOcean Profil unterstützt.
MD15-FTL von Kieback&Peter. Vielleicht ändert sich das ja bis zur ISH 2011?
(-FTL ist die Funkversion, es gibt auch Kabelversionen für 24V). Passend für diverse Ventile, auch M30.

Zu haben im Web z.B. bei sensocasa.de
Das dort runterladbare Datenblatt bringt nicht viel. Wichtiger ist wie dort erwähnt, dass der Funkpartner das Protokoll EEP:07-20-01 unterstützen muss. Der Funkpartner kann ja auch eine SPS mit entsprechendem Funkgateway sein.  ;)
Hier die offizielle Doku der www.enocean-alliance.org zu den EnOcean Euipment Profiles EEP (pdf). Das 07-20-01 ist da aber noch nicht drin. Muss mal suchen, irgendwo war ein Link.
gollo


gollo48

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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #7 am: 26. September 2010, 20:02:20 »
Hier noch zwei alte Artikel aus der Zeitschrift HLH Lüftung/Klima - Heizung/Sanitär - Gebäudetechnik.
Bedarfsabhängige Regelung für Brennwertheizungen - HLH Bd. 42 (1991) Nr. 12
Regelsystem für Brennwertheizungen - HLH Bd. 43 (1992) Nr. 11

Das ist meine derzeitige Regelung. Hat sich sehr bewährt. Die ganzen Details mit den Grenzwerten usw. waren notwendig, da es nur ein einstufiger Brenner war und die Therme selbst außer dem Feuerungsautomat keine eigene Regelung besaß. Das gibt es so heute nicht mehr. Deswegen der Weg über die Vorgabe der Vorlauftemperatur.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages und den Autoren.
Einer, Prof. Schaub, sagte mir neulich, die Anlage läuft bei ihm selbst seit 20 Jahren ohne Störungen sehr effizient.
Er hatte sich rechtzeitig noch mit Ersatzmotoren für die Stellantriebe eingedeckt - ich leider nicht  :(
Wie gesagt: ohne Außentemperaturfühler und ohne Heizkurve. Eben geschlossener Regelkreis mit Einbeziehung der Räume.
gollo

Edit: Links korrogiert
« Letzte Änderung: 26. September 2010, 20:49:37 von gollo48 »

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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #8 am: 26. September 2010, 20:28:29 »
Hi
naja, wollte nicht gleich Werbung machen.

Achtung: Die ELV-/Homematic-Module verwenden ein proprietäres Protokoll.
Es gibt nach meinem Wissen derzeit nur einen Stellantrieb, der das genannte EnOcean Profil unterstützt.
MD15-FTL von Kieback&Peter. Vielleicht ändert sich das ja bis zur ISH 2011?
(-FTL ist die Funkversion, es gibt auch Kabelversionen für 24V). Passend für diverse Ventile, auch M30.

Zu haben im Web z.B. bei sensocasa.de
Das dort runterladbare Datenblatt bringt nicht viel. Wichtiger ist wie dort erwähnt, dass der Funkpartner das Protokoll EEP:07-20-01 unterstützen muss. Der Funkpartner kann ja auch eine SPS mit entsprechendem Funkgateway sein.  ;)
Hier die offizielle Doku der www.enocean-alliance.org zu den EnOcean Euipment Profiles EEP (pdf). Das 07-20-01 ist da aber noch nicht drin. Muss mal suchen, irgendwo war ein Link.

Der MD15-FTL-HE  --> ca. 150 Euro  (Stellventil)
Der TCF22            --> ca. 150 Euro  (Raumthermostat, notwendig für MD15FTL)

Ich denke, derzeit werden wenige dieses System unterstützen.

Der Preis pro Raum betragt mind. 300 Euro.
Ein ganzes Haus ist unbezahlbar.

Rechnet sich die Armortisation bei diesen Preisen.

Möglicherweise vvergleiche ich Äpfel mit Birnen.
Conrad/ELV kosten hierfür ca. 70 Euro pro Raum.


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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #9 am: 26. September 2010, 20:30:08 »
Hier noch zwei alte Artikel aus der Zeitschrift HLH Lüftung/Klima - Heizung/Sanitär - Gebäudetechnik.
Bedarfsabhängige Regelung für Brennwertheizungen - HLH Bd. 42 (1991) Nr. 12
Regelsystem für Brennwertheizungen - HLH Bd. 43 (1992) Nr. 11

Das ist meine derzeitige Regelung. Hat sich sehr bewährt. Die ganzen Details mit den Grenzwerten usw. waren notwendig, da es nur ein einstufiger Brenner war und die Therme selbst außer dem Feuerungsautomat keine eigene Regelung besaß. Das gibt es so heute nicht mehr. Deswegen der Weg über die Vorgabe der Vorlauftemperatur.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages und den Autoren.
Einer, Prof. Schaub, sagte mir neulich, die Anlage läuft bei ihm selbst seit 20 Jahren ohne Störungen sehr effizient.
Er hatte sich rechtzeitig noch mit Ersatzmotoren für die Stellantriebe eingedeckt - ich leider nicht  :(
Wie gesagt: ohne Außentemperaturfühler und ohne Heizkurve. Eben geschlossener Regelkreis mit Einbeziehung der Räume.
gollo
Die Links funktionieren leider NICHT.


gollo48

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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #10 am: 26. September 2010, 20:50:50 »
jetzt sollten sie gehen
Bedarfsabhängige Regelung für Brennwertheizungen - HLH Bd. 42 (1991) Nr. 12
Regelsystem für Brennwertheizungen - HLH Bd. 43 (1992) Nr. 11

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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #11 am: 26. September 2010, 21:15:40 »
Hi

Die Programmtechnischen anforderungen sind leicht umzusetzen.

Auch eine Anpassung von schaltendem zum "modulierenen"  ist easy.
Z.b. 
0-10 Volt für die Heizleistung.
Bei einer Überschreitung der Heizleistung wegen der Mindestleistung wird der Brenner/Pumpe
mit einer geeigneten logik abgeschalten.


Eine Regelung zwischen 35°C und 45 °C scheint möglich, jedoch ergibt der einzelne Raum
die maximale VL-Temperatur  (Führungsraum)

 
Aus meiner Sicht einzigen probleme sind die Stellungsrückmeldungen der Ventile.
Drähte durch die Wohnung zu ziehen ist nicht gerade EASY   ;D


Die MD15-FTL sind aus meiner Sicht  zu teuer und das Protokoll NICHT veröffentlicht.

Nachwievor halte ich die ELV/Conrad  FHT8b+FHT80b für an sinncolsten.

Hat jemand andere Stellmotoren / Ventile   mit Stellungsrückmeldung.

Ebenso ist noch das Problem, wie bekomme ich die Werte in meine SPS.

868-Receiver/Trasceiver  mit Ethernet und oder V24   (TCP/IP, Modbus . . . )  ?




Gruß

gollo48

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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #12 am: 27. September 2010, 09:33:18 »
@Karl:
a) Ich glaube schon, dass du da Äpfel mit Birnen vergleichst. Nach Auskünften anderer geht das nur mit den FHT 80b nicht mit der 8er Serie. Außerdem brauchst du dazu das PC-Interface. Aber Vorsicht: das Regelverhalten der FHT80b soll recht eigenwillig sein.
Vergleichen würde ich die MD15 eher mit den Teilen aus der Siemens synco living Serie oder Honeywell evohome. Beide funken mit KNX RF. Wenn du selbst löten willst/kannst, dann schau dich mal nach Open-HR20 um (Honeywell Rondostat HR20). Da gibst was mit 1-wire  ;) (ab wahrscheinlich kennst du das schon?)

b) Ich gehen davon aus, dass die Preise für die EnOcean-Teile sinken werden. Sind halt (noch) teurer, weil die Entwicklung dieser batterielosen Komponenten noch recht jung ist.

Aber ich möchte hier weniger über Hardware reden, sondern gern das Regelkonzept verfeinern. Mit welcher Hardware man das realisiert, ist eine andere Sache. Melde mich später mit Antworten zu deinen Kommentaren weiter oben.

Dazu passend, in den Tiefen des Forums hier entdeckt - von 2007:
das mit der absenkung der kesseltemp oder kennlinie geht nur solange gut wie in einem gebaeude gleiche nutzung herrscht, in meinem falls habe ich raumgruppen die als buero ganz andere nutzungszeiten haben also einliegerwohnung, wohnbereich oder wellnessbereich.
die nutzen entscheiden von raum zu raum auf einem lcd panel wann sie heizen kuehlen und absenken wollen.
ich habe vor die ventilstellungen der einzelraumsteuerungen abzufragen und dann meine vorlauftemp so zu waehlen das das am meisten geoeffnete ventil bei 80 - 90 % steht.
damit ist sichergestellt das immer nur die temp erzeugt wird die benoetigt wird, ganz unabhaengig zu welcher tageszeit und nutzung.
...
Entspricht ja genau meiner Idee. Ist daraus etwas geworden? Haaaallo huuugooo  ;D
gollo

gollo48

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Re: CFC für Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #13 am: 27. September 2010, 10:34:50 »
Verwende den MAX3 mehrfach. Also z.b.  3 mal den MAX3 mit eingaben füttern. Der "OUTPUT" der 3 MAX3 werden dann auf einen 4. MAX3 geführt   -->  Fertig.
Ok, dachte ich mir auch schon, aber ab 10 muss ich dann noch eine Stufe einfügen, nicht so schön.

Es gibt natürlich auch den FT_PIDWL
Klar, aber meine Frage war ja, muss es unbedingt PID sein oder reicht PI?

So auf die schnelle würde ich sagen, dass Sollwert und Istwert getauscht werden sollten.
Der Stellausgang soll ja nachwievor 0% bis 100% sein.
NUR mal auf die schnelle und UNVERBINDLICH.
Das mit dem Soll/Ist tauschen verstehe ich nicht. Was soll das bewirken?
Das Ergebnis muss nicht 0-100% sein. Eigentlich ist (je nach Anlage) nur eine Vorlauftemperatur von 20° bis max. 65...70°C  sinnvoll. Darunter wird abgeschaltet, nach oben begrenzt. Mein jetziger Brenner (alter Gas-Brennwert) z.B. begrenzt nicht bei 60°C, sondern schaltet aus Sicherheitsgründen brutal ab (um dann bei ca. 55° wieder anzugehen, mehr kann der Oldtimer eben nicht).
Aus verschiedenen Unterlagen zum 0-10V Eingang der Heizungen habe ich gesehen, dass man die Eckpunkte, was 0V und was 10V bedeuten, bei manchen sehr flexibel, bei anderen kaum anpassen kann. D.h. man kann je nach Parametrisierungsmöglichkeiten u.U. gar nicht bis 255 bzw. 10V gehen.
Vielleicht haben meine glatten Zahlenbeispiele etwas in die Irre geführt?
Würde gern das regelungsmäßig so auslegen, dass ich am Ausgang des PI/PID den Temperaturwert der errechneten VL mitloggen kann und erst danach je nach Analogwandler und Parametereinstellung auf der Heizungsseite skaliere.
Jetzt etwas klarer?
gollo
« Letzte Änderung: 27. September 2010, 10:42:42 von gollo48 »

gollo48

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Re:Bedarfsgeführte Heizungsregelung
« Antwort #14 am: 27. September 2010, 18:57:19 »
Auch eine Anpassung von schaltendem zum "modulierenen"  ist easy.
...
Eine Regelung zwischen 35°C und 45 °C scheint möglich, jedoch ergibt der einzelne Raum die maximale VL-Temperatur  (Führungsraum)
Das gehe ich ja gerade mit dem neuen Konzept an. Die spezielle Regelung für 35-45°C entfällt, das macht eine modulierende Gasbrennwert-Therme/Kessel anhand der VL-Vorgabe selbst.

und jetzt doch noch mal Hardware ...

Aus meiner Sicht einzigen probleme sind die Stellungsrückmeldungen der Ventile.
Drähte durch die Wohnung zu ziehen ist nicht gerade EASY   ;D
Du sagt es! Deswegen konnte ich auch bisher nicht alle gewünschten Räume einbeziehen und setze für die Zukunft weitgehend auf Funk - aber mit öffentlichen Standards.

Die MD15-FTL sind aus meiner Sicht  zu teuer und das Protokoll NICHT veröffentlicht.
Nachwievor halte ich die ELV/Conrad  FHT8b+FHT80b für an sinncolsten.
Hat jemand andere Stellmotoren / Ventile   mit Stellungsrückmeldung.
Glaub mir, ich suche schon lange. Honeywell hat mir zu HR80 (KNX RF) geschrieben, dass kein entsprechendes Signal vorhanden. Frage mich nur, wie die das dann bei evohome machen.
Zu Siemens SSA 955 (KNX RF) weiß ich nichts näheres.
Und bei ELV meldet meines Wissens nicht der Stellantrieb, sondern der Regler an der Wand sendet die Stellung als Soll dem Antrieb. Du musst also das Signal dort abgreifen bzw. mithören - Achtung: proprietäres Protokoll! Oder dir die FHZ 13xx kaufen.
Bleibt also derzeit nur noch der MD15-FTL. Das Protokoll für Heating Valve soll in der nächsten Version der EnOcean Equipment Profiles (V3.0?) enthalten sein.
Und wenn du die MD15 nicht einzeln, sondern im 10er Pack kaufst, dann gibt's da bestimmt Verhandlungsspielraum (sensocasa war nur ein Beispiel für eine Quelle).
Hilft das weiter?
gollo